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Institut für
Bildgebende DIAGNOSTIK

 

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Prostatakrebs: Vorsorge und Diagnostik

 

Das Prostatakarzinom tritt mit zunehmender Häufigkeit auf, auch bei jüngeren Männern. Im Gegensatz zur gutartigen Prostatahypertrophie (BPH) ist das Karzinom meist schmerzfrei.   

Deshalb wird Männern ab 50 Jahre eine jährliche Vorsorgeuntersuchung der Prostata empfohlen. Bei Patienten mit Erkrankungsfällen in der Familie schon ab 40 Jahren. Die Vorsorgeuntersuchung erfolgt in der Regel durch Bestimmung des PSA-Spiegels (prostataspezifisches Antigen) und Abtasten der Prostata. Allerdings werden auf diese Art Karzinome übersehen oder auch "falsch positive" Befunde erhoben, d.h. Karzinome "entdeckt", die keine sind.
Prostatakrebs

Prozentsatz der Männer mit einem Prostatakarzinom (PCa) in Abhängigkeit von PSA-Spiegel. Währen in Deutschland eine Biopsie ab 4 ng/ml empfohlen wird, wird in den USA eine Biopsie ab 2,5 ng/ml empfohlen.


Zur weiteren Abklärung wird dann in den meisten Fällen eine Gewebeprobe durch den Enddarm (transrektale Biopsie) entnommen (Bild unten rechts). Diese liefert jedoch im Mittel nur in 30 bis 35 % aller Fälle ein definitives Resultat (Tabelle unten links).

Biopsie-TechnikAnzahl der BiopsienDetektionsrate
Sextanten620 bis 30 %
Sextanten + transitionale Zone8+ 10 bis 15 % (TZ)
Erweiterte Sextantenbiopsie1035 %
5-Regionen-Biopsie1135 %
Erweiterte Biopsie12 - 1430 bis 40 %
Maximal(Sättigungs)-Biopsie> 14 bis 2534 %

Dabei werden im allgemeinen zwischen sechs und zwölf Gewebeproben aus der Prostata genommen. Obwohl allgemein etabliert weist das Verfahren einige Nachteile auf: Es wird meist als schmerzhaft empfunden und eine genaue Tumorlokalisation ist meist nicht möglich. Da der Eingriff durch den Enddarm erfolgt, der nicht steril ist, werden Keime in die Prostata verschleppt, was zu Entzündungen der Prostata (Prostatitis) führen kann.


Alternativ: Biopsiefreie Diagnostik der Prostata  

Alternativ zur Biopsie kann zunächst eine nicht-invasive (biopsiefreie) Diagnostik mittels endorektaler Kernspintomographie (MRT) und Spektroskopie (MRS) durchgeführt werden. Diese Verfahren ermöglichen den Nachweis eines Prostatakarzinoms (PCa) mit einer Sicherheit von über 80 %. Außerdem liefern sie Informationen über die Lokalisation eines möglichen Karzinoms, so daß eine nachfolgende Biopsie gezielter ausgeführt werden kann.  











            Endorektal-MRT einer Kapselüberschreitenden Karzinoms des rechten Prostatalappens
            mit beginnender Infiltration des Enddarmes (gelbe Pfeile) und der Samenblasen
            (roter Pfeil). Lymphknotenmetastasen (grüne Pfeile).




Multimodale MRT-Diagnostik: Treffsicherstes bildgebendes Verfahren zur Karzinomdiagnostik der Prostata

Im Gegensatz zu anderen bildgebenden Verfahren (Computertomographie, Ultraschall, Szintigraphie, Positronenemissionstomographie) liefert die MRT mehrere voneinander unabhängige Parameter zur Beurteilung der Prostata: T1- und T2-Relaxationszeit, Gewebesuszeptibilität, Wasserdiffusion, Gewebeperfusion und spektroskopische Informationen über den Metabolismus. Die MRT ist damit insbesondere der Sonographie (Ultraschall) und auch der Elastographie deutlich überlegen.




Die vier Säulen der multimodalen MRT-Diagnostik von Prostatakarzinomen: Bildgebung, Diffusion, Perfusion und Spektroskopie.







Prostata-Spektroskopie erfaßt die chemischen Inhalte von Prostatazellen. Gesunde Zellen haben einen hohen Citratgehalt und wenig Cholin. Krebszellen enthalten weniger Citrat, da dies zur Energiegewinnung verbraucht wird, aber vermehrt Cholin, das zum Aufbau der Zellmembranen der Tumorzellen benötigt wird (Achtung: Unterschiedliche Skalierung der y-Achsen – rote Kreise)
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